Alfred-Delp-Quartier

Ein neues Stadtviertel entsteht

Der Dr.-Alfred-Böswald-Ring wird die Hauptverbindungsachse im neuen Stadtquartier.
Bild: Mara Kutzner
Wohnen für Generationen – Mehr als 2 000 Menschen werden künftig im neuen Alfred-Delp-Quartier in der Donauwörther Parkstadt leben. Noch kann man sich das kaum vorstellen, doch die ersten Rohbauten könnten schon in diesem Jahr stehen.

Wenn man den nigelnagelneuen Dr.-Alfred-Böswald-Ring entlangfährt und von dort in die Europastraße einbiegt, bekommt man allmählich einen Eindruck davon, wie groß dieses Donauwörther Baugebiet am Schellenberg wirklich ist. Wer sich nicht genauso gut auskennt wie Robert Strasser, Leiter des Liegenschaftsamtes und Vorstand des Kommunalunternehmens Stadtentwicklung, muss den Bebauungsplan zu Rate ziehen, um sich auf dem 30 Hektar großen Areal zu orientieren. Die Fläche ist größer als die gesamte Donauwörther Altstadt und soll in Zukunft Wohnraum für mindestens 2 000 Menschen bieten.

Der südliche Teil ist nahezu erschlossen: Die Fahrbahnen sind asphaltiert, die Gehwege gepflastert, Parkbuchten eingefriedet, Kanalschächte fertig und Masten für die Straßenlaternen aufgestellt.

Nur noch wenig erinnert an die ehemalige Alfred-Delp-Kaserne, die sich bis 2013 hier befunden hat. Dass Panzer über das Areal fuhren, ist schon mehr als zehn Jahre her, und es hat einige Zeit gedauert, bis wieder schweres Gerät, diesmal in Form von Baggern, angerollt kam. Es war ein Rückbau in zwei Schritten: 2017 begann man mit den ersten Abrissarbeiten auf einem 22 Hektar großen Bereich. Parallel nutzte der Freistaat die Gebäude auf der kleineren zentraleren Teilfläche mit acht Hektar für fast fünf Jahre für die Unterbringungen von Flüchtlingen. Ende 2019 schloss das Ankerzentrum und auch hier konnte mit den Abrissarbeiten begonnen werden

Bebauungsplan des 1. Bauabschnitts des Alfred-Delp-Quartiers Bild: Stadt Donauwörth

33 Bauplätze sind verkauft oder reserviert

Der südliche Bereich des Areals ist mittlerweile erschlossen. Vom neuen Wasserhochbehälter an der Sternschanzenstraße führt der Dr.-Alfred-Böswald-Ring in das Baugebiet. Er wird später einmal die Hauptverbindungsstraße im Alfred-Delp-Quartier sein und trennt momentan den ersten vom zweiten Bauabschnitt. Die Ringstraße wird künftig alle wichtigen Straßen im Quartier verbinden und mündet im Norden auf Höhe des Schwedenrings wieder in die Sternschanzenstraße.

Hinter dem Wasserhochbehälter entlang der Ringstraße sollen sieben mehrgeschossige Gebäude mit insgesamt 60 Wohnungen entstehen. Laut Bebauungsplan sind hier jeweils Gebäudehälften mit vier und sechs Geschossen vorgesehen. Verkauft sind die Grundstücke noch nicht, es läuft ein sogenanntes Konzeptverfahren – bei der Entscheidung zur Vergabe soll das beste Konzept für die Bebauung entscheiden. „Um eine hohe städtebauliche und architektonische Qualität zu erreichen“, wie Robert Strasser erklärt.

In der bereits erschlossenen Bayernstraße, in der Europastraße, in der Schwabenstraße und im Donau-Ries-Weg gibt es 39 Bauplätze für Einfamilienhäuser. Die Grundstücke sind zwischen 550 und 700 Quadratmeter groß, die Kosten liegen bei 250 bis 290 Euro pro Quadratmeter.

„33 Bauplätze sind bereits reserviert oder verkauft, die ersten Bauanträge sind bereits eingegangen, die ersten Rohbauten könnten schon Ende des Jahres stehen. Das Baugebiet ist attraktiv, die Nachfrage ist groß“, sagt Robert Strasser.

Als nächstes steht die Erschließung des nördlichen Bereichs entlang des Donau-Ries-Wegs, des Dr.-Alfred-Böswald-Rings und der Alois-Barthelme-Straße an. Weitere Bauplätze für Einfamilienhäuser und sogenannte Stadthäuser (Reihenhäuser) sollen dann im dritten Quartal in diesem Jahr bzw. nächstes Jahr an den Markt gehen. Auch in der späteren Manfred-Wegenast-Straße kann schon erahnt werden, wo einmal gebaut wird. Der Straßenzug wird als einziger über die Dr.-Loeffelad-Straße erschlossen. Die höherpreisigen neun „Filet-Grundstücke“ am Südhang, eingerahmt in viel Baumbestand und mit Ausblicken ins Donautal, werden dann im Angebotsverfahren verkauft.

Bis zu 190 Sozialwohnungen

Eingerahmt vom Dr.-Alfred-Böswald-Ring und der Prochownikstraße im nördlichen Bereich des Alfred-Delp-Quartiers ist ein Bereich für sozialen Wohnungsbau vorgesehen. Unter anderem das Pferseer Unternehmen Deurer möchte hier 83 bezahlbare und barrierefreie öffentlich geförderte Mietwohnungen mit Tiefgeragen schaffen. Die Ein- bis Vierzimmerwohnungen werden einkommensorientiert gefördert. Die Mietpreise sind je nach Einkommen gestaffelt, das heißt Mieter*innen mit geringem Einkommen zahlen circa 6 Euro pro Quadratmeter, wer mehr verdient zwischen 7,50 und 9 Euro. Berücksichtigt wird insbesondere auch die Inklusion von Menschen mit Behinderung und der Aspekt der Nachhaltigkeit unter den Vorgaben des KfW 40-Siegels, der Installation einer Photovoltaikanlage sowie Lademöglichkeiten für E-Autos.

Schwabenstraße Bild: Mara Kutzner

Nahwärmenetz im gesamten Areal

Für das gesamte Quartier besteht außerdem ein Nahwärmekonzept. Wärme kommt von einer nahegelegenen Biogasanlage und aus einem Hackschnitzelkessel auf dem Gelände. Die Energiezentrale ist im Technikgebäude des Donauwörther Freibads, direkt neben dem Baugebiet. Das dortige Blockheizkraftwerk gewinnt neben Wärme auch Storm aus CO2 armen Gas.

Ein Quartier für Generationen

Bayernstraße Bild: Mara Kutzner

Ganz im Norden des ehemaligen Kasernenareals soll ein Sportplatz entstehen – die Hanglage macht natürliche Tribünen möglich. Auch ein Jugendzentrum könnte hier gebaut werden. In den Grünanlagen im Süden, im Zentrum sowie im Norden sind außerdem Spielmöglichkeiten für Kinder, Spazierwege und Aufenthaltsmöglichkeiten geplant. Das gesamte Areal wird von einem Geh- und Radweg umsäumt.

Auf der zentralen Fläche des zweiten Bauabschnitts soll neben Geschosswohnbebauung auch eine Parkanlage entstehen, etwa dort, wo früher der Kasernensportplatz war. Zwischen alter Haupteingangspforte und dem neuen Wasserhochbehälter an der Sternschanzenstraße ist ein Supermarkt und Nahversorgung geplant. Daneben sind eine Kindertagesstätte sowie der Neubau des Donauwörther Bürgerspitals angedacht. In der jüngsten Sitzung des Donauwörther Stadtrats am vergangenen Donnerstag wurde die Planung vorgestellt. Der Vorentwurf des Bebauungsplans wird nun öffentlich ausgelegt. 

Das Alfred-Delp-Quartier in Donauwörth wird nicht nur zu einem neuen Stadtviertel, sondern auch zu einem lebendigen Zuhause für Menschen jeden Alters. Es bietet eine moderne und nachhaltige Lebensumgebung mit vielfältigen Wohnmöglichkeiten und sozialen Einrichtungen, die das Quartier zu einem bereichernden Teil der Stadtlandschaft machen. Donauwörth wird sich verändern!