19. November 2022, 08:00
Hilfe, die ankommt

Hier kommen alle Menschen zusammen

Von links: Claudia Wolfgram, Michaela Kaag und Jörg Fischer. Bild: Mara Kutzner
Im „Haus der Begegnung“ in der Donauwörther Parkstadt ist ganz schön was los und die Tür des Gebäudes in der Andreas-Mayr- Straße steht allen offen. Es ist ein Ort, an dem sich Menschen aller sozialen Schichten, Generationen und Nationen treffen.

Seit 2014 ist das Mehrgenerationenhaus im modernen Gebäude im Zentrum der Parkstadt untergebracht. Quartiersmanager Jörg Fischer hat sein Büro seit 2015 im Mehrgenerationenhaus (MGH). Die soziale und integrative Arbeit hat in der Parkstadt aber schon viel früher begonnen. Als in den 90er Jahren viele Menschen aus der ehemaligen Sowjet-Union in die Parkstadt zogen, kam es zu großen Problemen, gerade unter Jugendlichen. Die Stadt Donauwörth begann Anfang der 2000er Jahre Integrationsmaßnahmen anzubieten – mit Erfolg! Die Probleme von damals tauchen heute nicht mehr auf – aber es sind andere Herausforderungen vor denen Fischer und das Team des Mehrgenerationenhauses stehen.

Andere zeiten erfordern andere Hilfestellungen

Wohnungssuche, Arbeitssuche, Anträge und Formulare ausfüllen, soziale Spannungen in der Nachbarschaft, all das sind Anliegen, mit denen die Bewohner*innen der Parkstadt aber auch viele andere Donauwörther*innen ins Quartiersbüro kommen.

Ebenfalls problematisch findet Jörg Fischer die Situation vieler Jugendlicher in der Parkstadt. Viele hängen an Bushaltestellen oder Parkbänken herum – nicht gerade der beste Platz für die Freizeitgestaltung der Jugendlichen. Große Hoffnung setzt Fischer deshalb in das neue Alfred-Delp-Quartier, wo bekanntlich ein Jugendzentrum entstehen soll.

Michaela Kaag, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses fügt an, dass trotz alledem auch Fortschritte in der Jugendarbeit in der Donauwörther Parkstadt gemacht wurden. Der Aktionstag „We4you“ im Mehrgenerationenhaus und am Platz vor dem Gebäude im Juni dieses Jahres, ist ein Beispiel dafür. Angeboten wurden zum Beispiel eine Silent-Disco, ein Sprayworkshop und Geschicklichkeitsspiele. Aktionstage wie dieser gehören zum Veranstaltungsprogramm des Mehrgenerationenhauses. Michaela Kaag, ihre Stellvertreterin Claudia Wolfgram und zwei weitere Mitarbeiterinnen stelle regelmäßig ganz besondere Events für Menschen aller Nationen, Generationen und sozialer Herkunft auf die Beine. Beim „Tag der Nachbarn“ lädt das Mehrgenerationenhaus die Bewohner*innen der Parkstadt zu vielfältigen Programmpunkten ein.

Auch der sogenannte „Schenktag“ ist ein echtes Highlight. Die Teilnehmer* innen bringen unzählige Gegenstände aus der heimischen Garage oder dem Dachboden ins Mehrgenerationenhaus. Interessierte können am Tag selbst Stöbern und Schlendern und vielleicht genau das finden, nach dem sie schon lange suchen. Jetzt, zum Ende des Jahres, steht die Parkstädter Weihnacht an. Außerdem organisiert das MGH-Team eine Wunschwand für Kinder. Dort können die jüngsten Bewohner*innen der Parkstadt ihre Weihnachtswunschzettel befestigen, meist sind es die Wünsche, die ihnen ihre Eltern aus finanziellen Gründen kaum ermöglichen können. Bereitwillige Spender*innen können so die Wünsche der Kinder und Jugendlichen dann erfüllen.

Das Mehrgenerationenhaus in der Donauwörther Parkstadt gibt es seit 2014. Bild: MGH

Ein Geben und Nehmen

Neben solchen einmaligen oder jährlichen Aktionen sind es aber vor allem auch die regelmäßigen kleinen Angebote, die die Gemeinschaft unter den mehr als 90 Nationen und allen Generationen in der Parkstadt fördern. Spieleabende, gemeinsame Kochabende und Plätzchen backen, kostenlose Deutschkurse, auch speziell für Ukrainer*innen, Konversationstreffs, eine Näh- und Handarbeitsgruppe, Gymnastik, Yoga und Qi Gong, eine Mediensprechstunde und eine Krabbelgruppe und noch viel mehr ergänzen das Programm. Und die Zielgruppe geht mittlerweile über die Parkstadt hinaus. „Zu uns kommen Leute aus ganz Donauwörth, sogar aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus“, erzählt Michaela Kaag stolz.

Unterstützt werden Jörg Fischer, Michaela Kaag und Claudia Wolfgram von zwei weiteren angestellten Mitarbeiterinnen und bis zu 80 aktiven ehrenamtlichen Unterstützer*innen, Kursleiter*innen und Helfer*innen. „In der Parkstadt gibt es viele Menschen die Probleme haben, aber hier gibt es auch Menschen die bereit sind zu spenden und zu helfen“, macht Fischer deutlich.