BRK-Kreisverband

Rettungsdienste in Not

Christoph Schmid, MdB zum Gespräch beim BRK-Kreisverband Dillingen. Bild: Barbara Löll
Am vergangenen Donnerstag war der SPD-Bundestagsabgeordneter Christoph Schmid zum Austausch im Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes in Dillingen, um auf die Missstände im Rettungsdienst aufmerksam zu machen.

Gleich zu Beginn stellte Stephan Härpfer klar: „Die Problemlage ist keine abstrakte, zukünftige Gefahr für den Rettungsdienst. Die Herausforderungen durch Personalmangel und steigendem Bedarf betreffen uns hier und jetzt nahezu täglich. Daher müssen wir bereits jetzt Maßnahmen ins Auge fassen und umsetzen.“

Christoph Schmid regte an, besser über den Rettungsdienst zu informieren und die Bevölkerung darauf zu sensibilisieren, in welchen Fällen der Rettungsdienst helfen kann und wann nicht. „Aufklärung ist hier wichtig, damit man als Privatperson nicht unwissend das System zusätzlich belastet“, betont Schmid. Dies sei ihm selbst schon so ergangen, als ihm nicht klar war, welche Folgen und Folgekosten das Absetzen der Notrufnummer einmal hatte.

Dazu könnte einer der Vorschläge der eingesetzten Regierungskommission beitragen: Bei Integrierten Leitstellen könnten Patient: innen eine zentrale Notfallnummer wählen und werden dann von kompetenten Teams zur passenden Behandlungsstelle weitergeleitet. Außerdem stellte Christoph Schmid in Aussicht, sich auf Bundesebene für eine Aufwertung der Berufsbildes der Notfallsanitäter:in einzusetzen.

gesellschaftliche Anerkennung muss bestehen bleiben

Georg Wiedemann, Personalrat des BRK und SPD-Landtagskandidat, befürwortet dieses Ansinnen: „Seit knapp 35 Jahren bin ich im Rettungsdienst tätig. Das ist ein toller Job! Wir müssen dafür sorgen, dass die Anerkennung für die Leistungen des Rettungsdienstes weiterhin gesellschaftlich verankert bleibt.“ Fabian Wamser, der selbst als Rettungssanitäter tätig ist und für den Landkreis Dillingen bei der Landtagswahl für die SPD kandidiert, sieht hier einen Schritt in die richtige Richtung: „Meine Vision wäre eine Gesundheitsversorgung aus einer Hand – das wäre für Patient: innen einfach zu verstehen und es gäbe eindeutige Zuständigkeiten, um notwendige Reformvorhaben umzusetzen.“

Einig waren sich die Gesprächspartner, dass das Gesundheitssystem als Ganzes unter enormen Herausforderungen leidet und kein Sektor abgegrenzt betrachtet werden kann. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Personalnot, den demographischen Wandel und die zunehmende Nachfrage medizinischer Versorgung unter einen Hut zu bekommen. „Daher danke ich für die die Möglichkeit zum Austausch, weil bei dieser Gelegenheit diejenigen zu Wort kommen, die letztendlich Reformen in der täglichen Arbeit umsetzen müssen“, sagt Christoph Schmid abschließend. (pm)