Leonhart-Fuchs-Mittelschule

Zeitzeugin macht die „Deutsche Einheit“ greifbar

Vortrag an der Leonhart-Fuchs-Mittelschule Wemding von Frau Seib. Bild: Melanie Schürer
Am Montag vor den Ferien durfte sich die Klasse 6a der Leonhart-Fuchs-Mittelschule über einen ganz besonderen Geschichtsunterricht freuen.

Nachdem die Klasse sich im Vorfeld mit der Deutschen Einheit beschäftigt hatte, kam Frau Manja Seib in den Unterricht und berichtete über ihre Flucht aus der damaligen DDR über die deutsche Botschaft in Prag in den Westen.

Zuerst erzählte Frau Seib über ihre Kindheit und Jugend im Osten und entlockte den Schüler/innen damit sehr viele Fragen. Es verwunderte die Kinder beispielweise, dass die Menschen in der DDR keinen Zugang zu Südfrüchten hatten oder nur in sehr wenige bestimmte Länder in den Urlaub fahren durften.

Spannend wurde es, als Frau Seib von der Flucht mit ihrem jetzigen Ehemann berichtete.  Die Tatsache, dass zwei junge Menschen so gut wie niemandem erzählen durften, dass sie eine Flucht planen und sich anschließend, als Urlauber getarnt, mit dem Zug auf den Weg nach Prag machten, ließ die Schüler/innen staunen. Ohne Essen, Trinken und Gespräche verbrachten die Beiden die stundenlange Zugfahrt, um sich nicht verdächtig zu machen. In Prag angekommen, wurden sie in der Botschaft aufgenommen und weiter nach Westdeutschland gebracht.

Im Anschluss durften die Schüler/innen viele Fragen stellen. Die Menge an Wortmeldungen zeigte, wie sehr die Kinder dieser Teil der deutschen Geschichte interessiert, vor allem, weil er ihnen von einer Zeitzeugin erzählt wurde. (pm)