Mittlerweile ist es über 18 Monate her, seit der Mediziner Gerhard H. aus Wemding einem Prozess vor dem Landgericht Augsburg entging und er flüchtete. Was war passiert: Als "Wemdinger Impf-Arzt" sorgte der damals 73-Jährige deutschlandweit für Schlagzeilen, weil er mutmaßlich Impffälschungen im ganz großen Stil begangen hatte. So soll er Corona-Impfungen vorgetäuscht haben und seinen Patient*innen gefälschte Impf-Zertifikate ausgestellt haben. Außerdem soll er Patienten, die geimpft werden wollten, ohne deren Kenntnis unwirksame Placebos gespritzt und trotzdem die Leistung bei der Krankenkasse abgerechnet haben.
Deutschsprachiges Wochenblatt berichtet von Festnahme
Wie das deutschsprachige Wochenblatt aus Paraguay jetzt berichtet, sei der Gesuchte am 31. März in Mbocayaty del Guairá festgenommen worden. Dort habe er unter der deutschsprachigen Bevölkerung gelebt und habe ersten Informationen des Wochenblatts zur Folge wohl sogar als Arzt praktiziert. Nach einem Gespräch mit einem Einwanderungshelfer vor Ort, können wir diese Information allerdings nicht bestätigen. Im entsprechenden Artikel beschreibt das Wochenblatt die Wohnsituation von Gerhard H. wie folgt: "Er wohnte nahe der Durchfahrtsstraße in Richtung Coronel Oviedo, ohne Angst erkannt zu werden. Dennoch verriet er sich durch seinen Lebenswandel, was die Strafverfolgungsbehörden wie Interpol auf den Plan rief." Auf Nachfrage bestätigten auch das Landgericht Augsburg und das Bayerische Landeskriminalamt München, dass es am 31. März zur Festnahme durch Interpol kam. Wie es jetzt weitergeht, ist aktuell allerdings noch völlig unklar. Weil ein internationaler Haftbefehl besteht, wird das Auslieferungsverfahren jetzt zunächst innerhalb der deutschen und paraguayischen Behörden geprüft. Ein solches Verfahren könne allerdings recht langwierig sein, bestätigt Michael Rauh, Pressesprecher des Landgerichts Augsburg und ergänzt: "Erst wenn er sich wieder in deutscher Justizgewalt befindet, kann das Landgericht das Verfahren wieder aufnehmen. Bis dahin gilt das Verfahren für uns als vorläufig eingestellt".
Weitere Hintergrundinformationen folgen in Kürze.