Klimawandel

Eingefroren am Nordpol

Bild: Klimawoche Donauwörth
Zum Abschluss der fünften Donauwörther Klimawoche referierte der Polarforscher und Wissenschaftler am Alfred-Wegener-Institut Markus Rex im Forum für Bildung und Energie über das Forschungsabenteuer „Eingefroren am Nordpol“.

Im Spiegelbestseller über die größte Arktisexpedition aller Zeiten ging Markus Rex auch darauf ein, warum die Arktis die Wetterküche für Nordamerika, Asien und Europa ist. Der Vortrag wurde in Kooperation mit dem Buchhaus Greno und der vhs Donauwörth organisiert.

Der Expeditionsleiter berichtete über die über ein Jahr andauernde Forschungsreise der „Polarstern“ und lieferte zugleich einen eindringlichen Blick auf die dramatischen Folgen des Klimawandels. Die Arktis sei das Epizentrum des Klimawandels. Nirgendwo sonst erwärme sich unserer Planet so rasant wie dort. Um Klimamodelle erstellen zu können, die dem Klimaschutz dienen sollen und den damit verbundenen dringenden und tiefgreifenden gesellschaftlichen Entscheidungen, „brauchen wir robuste und verlässliche wissenschaftliche Grundlagen“, so Rex.

Rund 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 20 Nationen ließen sich zusammen mit der „Polarstern“ in einer Eisscholle einschließen, und von der Transpolareisdrift ohne weiteres Zutun quer durch die Zentralarktis tragen. Was sonst noch während der 340 Tage geschah, schildert Prof. Markus Rex multimedial: Einrisse, die dramatische Auffaltung riesiger Gebirge aus Eisplatten, heftige Stürme, extreme Kälte, die undurchdringliche Schwärze der monatelangen Polarnacht, gefährlichen Eisbären und natürlich die verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten außerhalb des Schiffes auf der Eisscholle. Die Auswertung aller Daten wird noch Jahre dauern.

Abschließend nannte der Professor für Atmosphärenphysik an der Universität Potsdam einige Ansätze für das erforderliche Tun, um ein Überschreiten der „Kipppunkte“ im Klimasystem der Erde zu verhindern. Das sind Punkte, die zu irreversiblen Änderungen führen, wenn wir sie durch eine Erwärmung des Planeten auslösen. Dabei gelte es, sich „realistische Ziele zur Reduktion der Treibhausgase, zuvorderst Kohlendioxid, setzen“. Denn, so sein Schlusswort: „Die Uhr tickt…“ (pm)