Nachdem Investor Viktor Lebedew im Stadtrat sein Projekt vorgestellt hatte, waren kritische Stimmen aus der Dorfgemeinschaft aufgekommen. Deshalb haben Georg Schmid, als Baujurist im Projekt engagiert, und der Hoppinger Stadtrat Walter Beck am Mittwochabend eine Informationsveranstaltung im Schützenheim organisiert. Mit rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörern war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt.
Zuerst stellte Georg Schmid die Geschichte des Projekts vor, ehe er dann auf die neuen Pläne einging. Wie berichtet sollen hier 24 Tiny Häuser auf dem knapp 13.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen. Anschließend standen die Investoren für Fragen zur Verfügung. „Es war eine gute und kommunikative Runde, ohne großes Geschrei. Es verlief alles sehr sachlich", so Walter Beck am Tag nach der Präsentation. „Wir haben in den Tagen vor der Informationsveranstaltung schon viele Gespräche geführt. Es gab im Dorf einfach gewisse Vorbehalte, dass die Räumlichkeiten für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden können. Allerdings haben wir gemeinsam eine Erklärung unterschrieben, dass wir das nicht weiterverfolgen. Dieses Wort hat weiterhin Bestand“, so Beck weiter.
Kein Spielplatz & keine Schranke
Walter Beck macht deutlich, dass sich das Dorf keine Container-Siedlung wünscht. „Wenn hier Menschen Eigentum erwerben, dann hoffentlich stabile Tiny-Häuser. Auf Teilen der Präsentation sahen die Häuser aus wie von einem Campingplatz. Das wollen wir auf keinen Fall. Hier werden wir in den Gesprächen mit der Firma Lebedew und mit dem Stadtrat einen Bebauungsplan aufstellen, der wertige und stabile Häuser vorsieht", so Beck.
Weitere Stimmen kritisierten den geplanten Spielplatz in der Siedlung. Schließlich würde im Rahmen der Dorferneuerung ein neuer Spielplatz gebaut, im Sinne der Integration sollte dieser dann von allen genutzt werden. Außerdem machte man deutlich, dass man keine Schranke auf der Zufahrt wünscht. „Dann wirkt das ganze wie ein Ghetto“, hieß es aus dem Kreis der Zuhörerschaft. Beide Anregungen wurden von den Investoren aufgenommen und werden mit in der Planung berücksichtigt. „Um die Siedlung jedoch weitestgehend autofrei zu halten, wird es eine Form der Zufahrtssperre brauchen", so Georg Schmid weiter.
Kommt ein Automaten-Markt?
Im Rahmen der Diskussion wurde auch die Idee geäußert, hier einige Lebensmittelautomaten aufzustellen, von denen dann auch das ganze Dorf profitieren würde. Investor Viktor Lebedew erklärte seine Bereitschaft, dafür aufzukommen, wenn die Automaten vom Dorf betrieben werden würden. „Für Hoppingen wäre das eine enorme Bereicherung und Aufwertung, wenn es hier eine Einkaufsmöglichkeit gäbe. Das werden wir auf jeden Fall unterstützen“, so Viktor Lebedew.
Walter Beck bewertete den Abend als produktiv und informativ für das Dorf. „Wir als Hoppingen zeigen uns offen für die Pläne. Allerdings wünschen wir uns als Anwohner, dass unsere Bedenken gehört, mit dem Investor abgestimmt und im Stadtrat verbindliche Richtlinien festgehalten werden. Wenn das zutrifft, stehen wir hinter der Siedlung“, so der Stadtrat abschließend.