Flüchtlingsunterbringung

In Donauwörth gibt es eine neue Notunterkunft

Der Aufenthaltsraum in der neuen Flüchtlingsunterkunft in Donauwörth. Bild: Jenny Wagner
In der Dr. Friedrich-Drechsler-Straße in Donauwörth ist in kürzester Zeit eine neue Notunterkunft für Schutzsuchende entstanden. Bis zu 150 Personen können dort untergebracht werden.

Bereits in den kommenden Tagen sollen in die neue Notunterkunft im Gewerbegebiet in Riedlingen die ersten Menschen einziehen. Dort bekommt jede Person ein einfaches Bett und einen kleinen Metallspind, um wenige Habseligkeiten verstauen zu können. Waschmaschinen und Trockner stehen zur Benutzung zur Verfügung. Kochgelegenheiten gibt es keine, eine Catering-Firma versorgt die Bewohner*innen. Sanitäranlagen befinden sich außerhalb des Gebäudes in mehreren Containern.

Beherbergen soll die Unterkunft vornehmlich Geflüchtete aus der Ukraine, jedoch, so Johann Stark, Leiter der hiesigen Ausländerbehörde, könnten auch Geflüchtete aus anderen Ländern, wie Syrien, Irak, Iran oder beispielsweise der Türkei dort untergebracht werden.

Die zweckmäßige Unterkunft besteht aus einer kleineren Halle, in der die Essensausgabe stattfinden wird. In der direkt anschließenden zweiten, größeren Halle sind Stockbetten für die Schutzsuchenden aufgebaut. Raumtrenner aus Stoff sollen für ein Minimum an Privatsphäre sorgen.

Unterbringungsmöglichkeiten dringend gesucht

In nur wenigen Wochen ist die Notunterkunft entstanden, denn der Druck auf die Ausländerbehörde ist gewachsen. Diese sei verpflichtet Flüchtende aufzunehmen. "Der Landkreis ist schwabenweit bereits in der Unterquote", sagt Stark. Dazu komme noch die Tatsache, dass eine Unterkunft in Wallerstein (15 Personen) und das Blumenhotel in Rain (80 Personen) vorerst nicht mehr zur Verfügung stehen. "Die Ideallösung wäre natürlich, dass ukrainische Schutzsuchende privat untergebracht werden", erklärt Stark weiter. In den kommenden Tagen erwarten die Verantwortlichen der Ausländerbehörde weitere Busse, die Flüchtende aus der Ukraine in den Landkreis Donau-Ries bringen.

Händeringend arbeitet die Ausländerbehörde daran, dass nicht erneut Turnhallen in Donauwörth als Notunterkunft entfremdet werden müssen. Jedoch, so Stark, sei die erneute Belegung der Turnhallen nicht unrealistisch. Die Geschwindigkeit mit der Flüchtende in den Landkreis kommen sei enorm hoch.

Die ehemalige Produktionshalle im Gewerbegebiet in Riedlingen soll in Zukunft bis zu 150 Geflüchtete aus verschiedenen Ländern Schutz bieten. Bild: Jenny Wagner

Betreut wird die kurzzeitige Unterbringungsmöglichkeit von Melek Özdemir, Quartiermanagerin Landratsamt Donau-Ries. Sie beantwortet vor Ort in der Unterkunft Fragen der Untergebrachten, wie zum Beispiel zur Wohnungssuche. Dass eine behelfsmäßige Unterkunft für insgesamt 150 Personen Konfliktpotential beinhalte, weiß auch sie. "Sehr wahrscheinlich wird es unter den Bewohnern Streitigkeiten geben", sagt Özdemir. Eine erfahrene Security-Firma, die das Objekt rundum die Uhr betreut, soll für Sicherheit sorgen.

Redakteurin. Recherchiert und schreibt für online und im blättle. Immer unterwegs, ob bei einer politischen Diskussion, einem Unfall oder im Eins-zu-eins Gespräch mit ihren Interviewpartnern. Zimmerpflanzenbeauftragte im Redaktionsbüro. Steht in ihrer Freizeit auf dem Tennisplatz.
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