Was ist die Stiftung Sankt Johannes?
Die Stiftung Sankt Johannes ist eine Einrichtung der Eingliederungshilfe mit sechs Standorten in Schwaben und Oberbayern. Sie bietet Wohn- und Arbeitsplätze zur Förderung und Betreuung von erwachsenen Menschen mit geistiger oder psychischer Beeinträchtigung an. Darüber hinaus gibt es zahlreiche offene Beratungs- und Dienstleistungsangebote sowie ambulant betreute Wohnformen. Die Pflegeeinrichtung für Senioren in Straß sowie ein Bildungszentrum für soziale Berufe in Neuburg mit Fachschulen für Heilerziehungspflege und Pflege runden das Dienstleistungsspektrum der Stiftung Sankt Johannes ab. Mit 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 900 Betreuungsplätzen ist die Stiftung Sankt Johannes ein mittelständisches Unternehmen, dass auch für gewerbliche Kunden und die Industrie produziert und zuliefert.
Wie bewertet die Stiftung die Inklusionsmöglichkeiten (Barrierefreiheit, etc.) im südlichen Landkreis?
Gemeinsam mit unseren Klienten nehmen wir aktiv am Gemeinwesen teil. Dabei fällt uns auf, dass schon viel für Barrierefreiheit im Landkreis Donau-Ries getan wird. Auf kommunaler Ebene werden Neubauten mit Aufzügen und barrierefreien Zugängen geplant. Zum Beispiel sind unsere Kooperationspartner wie das Schulzentrum in Rain und das Gymnasium Donauwörth barrierefrei gebaut. Auch der Bahnhof in Donauwörth wurde baulich umgestaltet und kann jetzt von Menschen mit Handicap eigenständig genutzt werden.
Bei Bestandsbauten oder im Bereich Gehwege und Zufahrten ist die Barrierefreiheit nicht so leicht umzusetzen. Ohne Hilfe ist es fast nicht möglich, mit einem Rollstuhl oder einem Rollator zu Arztpraxen oder in öffentliche Einrichtungen zu gelangen. Wir müssen hier noch Geduld haben und kreativ werden.
Mit welchen konkreten Zielen kann in den kommenden Jahren Inklusion vorangetrieben werden?
Oftmals erleben wir sprachliche Barrieren, sei es bei komplizierten Formularen oder Anträgen, aber auch bei Pressetexten und öffentlichen Veranstaltungen. Gemeinsam mit anderen Trägern der Eingliederungshilfe oder bei Schulprojekten versuchen wir darauf aufmerksam zu machen.
Beispiele hierfür sind die Aktion der Offenen Behindertenarbeit im Herbst 2024. Dort wurde in Nördlingen anlässlich des runden Geburtstages unseres Grundgesetzes ein Schaufensterrundgang mit Aushängen der wichtigsten Paragrafen in leichter Sprache durchgeführt. Mit den Schulen in Rain und Donauwörth wurden Stadtführer in leichter Sprache erarbeitet und das sind sichtbare Möglichkeiten, wie einfach sprachliche Barrieren abgebaut werden können.
Doch das Wesentliche und nicht gleich Sichtbare sind Barrieren in unseren Köpfen. Nicht immer fällt es uns leicht, Menschen mit Beeinträchtigung zu akzeptieren. Nicht immer haben wir Verständnis für ein unangepasstes Verhalten. Hier brauchen wir inklusive Veranstaltungen und Begegnungen, so dass sichtbar wird, dass Menschen mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen genau so einzigartig und liebenswert wie alle anderen sind.